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Die Anwohner der Böblinger Liststraße begegnen den täglichen Autoschlangen vor ihren Häusern mit einem Stau-Café (02.11.2011)

Auf dem falschen Pfad gibt’s dampfenden Kaffee: Blech an Blech schieben sich die Autos der untergehenden Sonne entgegen, einig in ihrem Drang, irgendwie durch die Stadt zu kommen. Ein Unterfangen, das so kurz nach halb fünf spätestens nach der Hälfte der Liststraße endet.

Dort lebt Alfred Lebsanft. Seit vielen Jahren ist der Schreiner einer, der sich mit dem Dauerstau an seinem Wohnort nicht mehr abfinden möchte. Rathaus, Politiker, Verkehrsverantwortliche – alle kennen den Mann und das Anliegen seiner Nachbarn, die sich vor vielen Jahren in der "Interessengemeinschaft Liststraße" zusammengefunden haben: Der Verkehr muss raus aus unserer Straße. Warum das nicht funktioniert, erklärt Gattin Helga, während sie aus der Thermoskanne Kaffee nachschenkt: „Das Schlimmste", weiß sie, „sind die Navis".

In der Tat: Als eine junge Dame die Scheibe an ihrem Auto herunterlässt, um dankbar nach einem Täfelchen Schokolade zu greifen, wird der Blick frei auf ihren Verkehrsberater im Cockpit. Nach 400 Metern halb links, zeigt der Pfeil auf dem Navigationsgerät. Klare Botschaft: Mitten durch die Stadt, statt außen rum. „Wie soll man das wissen, wenn man nicht von hier ist", kommt es entschuldigend aus dem Wageninnern. Alfred Lebsanft verabschiedet sich freundlich von der Transit-Reisenden mit Münchner Kennzeichen.

Wer in dieser Straße landet ist selten aus dieser Stadt. RW, TÜ, HN, WN, RT, NU, LB steht auf den Fahrzeugschildern. Das Böblinger Kennzeichen prangt höchstens an jedem fünften, sechsten Auto. Nur wer sich nicht auskennt, gerät in die Liststraßen-Falle ...

Zitiert aus der Kreiszeitung Böblinger Bote vom 02.11.2011.

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Wie Navigationsgeräte und PKW der Friedrich-List-Straße in Böblingen zusetzen (04.11.2011)

Eine freundliche, aber bestimmte Frauenstimme führt heute Regie in unseren Fahrzeugen. Sie lenkt uns mit Hilfe des Navigationssystems an jedem Stau an der Autobahn vorbei. Wie die Anwohner der Friedrich-List-Straße davon betroffen sind und was sie davon halten, können Sie im Amtsblatt der Stadt Böblingen nachlesen. Im Amtsblatt Nr. 44 vom 04.11.2011 brachte es Alfred Lebsanft, Stadtrat der Freien Wähler und selbst Anlieger in der Friedrich-List-Straße auf den Punkt. Die Fragestellung ist ganz einfach: Weshalb leiten die Navigationssystem die Fahrzeuglenker in die Liststraße um, wenn Stau auf der Autobahn ist und nicht auf die Umgehungsstraße (U6), wo sie eigentlich hingehören? Haben die Behörden etwa vergessen die U6 an die Navi-Hersteller bzw. deren Kartenlieferanten zu melden? Welche Behörde ist für die Weitergabe dieser Information überhaupt zuständig und weshalb wurde diese Information scheinbar nicht weiter gegeben?

Ist es die Stadtverwaltung Böblingen, der Landkreis Böblingen oder gar das Land Baden-Württemberg? Alleine werden die Anwohner der Lisstraße hier vermutlich nicht weiterkommen. Deshalb ist Unterstützung durch die Stadtverwaltung Böblingen dringend geboten. Über die letzten Jahrzehnte schien diese Unterstützung zur Beruhigung der Liststraße ausgeblieben zu sein. Jetzt ist aber ein besonders kritisches Stadium erreicht. Es geht nicht mehr um gelegentliche Staus, die sich durch die Liststraße quälen sondern um tägliche Staus, wegen der Bauarbeiten zur Verbreiterung der A81, mit zugehörigem Deckel.

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Böblinger Stadträte und Bürger solidarisieren sich mit der Interessengemeinschaft Liststraße (11.11.2011)

Stau, so weit das Auge reicht: Stellvertretend für die CDU Fraktion und den CDU Stadtverband Böblingen, solidarisierte sich die stellv. Stadtverbandsvorsitzende und CDU Stadträtin Daniela Braun mit den Anliegen der Interessengemeinschaft Liststraße, indem sie heute an einem der regelmäßigen Stau-Cafés der Interessengemeinschaft Liststraße teilnahm, um sich ein Bild über das Ausmaß der Belastung für die Anwohner der Liststraße zu machen.

Weitere Vertreter aus dem Gemeinderat Böblingen waren die Stadträte Peter Grotz (Fraktionsvorsitzender der CDU), Helmut Kurtz (Fraktionsvorsitzender der FDP) , Frank Hinner (Freie Wähler) und Alfred Lebsanft (Freie Wähler). Außerdem war die Stuttgarter Zeitung anwesend. Als Hintergrundinformation sollte man wissen, dass die Interessengemeinschaft Liststraße seit Jahren bzw. seit Jahrzehnten für eine Beruhigung des Verkehrs in der Böblinger Friedrich-List-Straße kämpft. Vertröstet wurden die Anlieger regelmäßig, unternommen wurde durch die

Stadtverwaltung bisher so gut wie nichts. Zu allem Überdruss wurde jetzt auch noch festgestellt, dass die Umgehungsroute (bei Stau auf der Autobahn) direkt über die Friedrich-List-Straße führt. Schuld daran sind die Navigationsgeräte, die sich heutzutage in den meisten KFZ befinden. Welche Behörde Schuld daran hat, dass den Navi-Herstellern die Route über die Friedrich-List-Straße gemeldet wurde, anstatt über die Friedrich-Gerstlacher-Straße, ist noch unklar.

Interessant waren die Feststellungen der Beteiligten während des Stau-Cafés, das von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr angesetzt war. So stellte Daniela Braun fest: "Als ich um 16:45 Uhr hier ankam war noch Stau, bis über die Stuttgarter Straße hinaus. Seltsam, dass es jetzt gegen 17.00 Uhr besser wird. Um diese Zeit ist die Liststraße sonst immer zu". Alfredo Croce verstand es ebenfalls nicht. "Von der Autobahn bis hier war doch gerade noch Stau! Wohin sind die ganzen Autos so urplötzlich verschwunden?" meinte er. Frank Hinner äußerte die Vermutung: "Vielleicht hat ab 17.00 Uhr jemand das

Ampelprogramm verändert" (vermutlich um die Liststraße - zumindest während des Stau-Cafés - zu entlasten). Alfred Lebsanft bat sogleich einen der anwesenden Radfahrer in Richtung Autobahn zu fahren, um einen Staubericht zu erhalten. Die anschließende Meldung des Radfahrers war sehr interessant: "Stau von der Autobahn bis zur Thermalbad-Kreuzung. Die Ampelschaltung an der Thermalbadkreuzung ist so eingestellt, dass vom Autobahnzubringer nur 5 bis 6 Autos über die Kreuzung gelassen werden. Ebenfalls Rückstau auf der Stuttgarter-Straße zwischen der Kreuzung am Thermalbad bis zur Ampel am Silberweg". In der Liststrasse kamen nach 17.00 Uhr, aufgrund der kurzen Ampelphasen in der Zubringerstraße, vermutlich nicht mehr Autos an, als unten wieder abfließen konnten. Dies hatte zur Folge, dass sich der Stau urplötzlich aufgelöste. Vielleicht hat die Stadtverwaltung nun eine "Lösung" gefunden, für die Lisstraße. Falls an der Thermalbadkreuzung nicht mehr als 5 bis 6 Autos je Ampelphase vom Autobahnzubringer in Richtung Liststraße durchgelassen werden, dann könnte es

auch in Zukunft in der Liststraße funktionieren. Peter Grotz und Helmut Kurtz äußerten sich dahin gehend: "Wir werden das Phänomen weiter beobachten!"

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Stadtrat Alfred Lebsanft kämpft in seinem Leserbrief für die Friedrich-List-Straße (03.12.2011)

Stadtrat Alfred Lebsanft, BöblingenDie Anwohner der Friedrich-List-Straße haben es nicht leicht. Entweder ist in der Straße Stau soweit das Auge reicht oder die KFZ „heizen“ vor allem nachts mit teilweise mehr als 50 km/h durch die Liststraße. Lärmbelästigung und Abgasgestank sind die negativen Folgen für die Liststräß’ler. Stadtrat Alfred Lebsanft sucht deshalb Unterstützung beim Gemeinderat und der Stadtverwaltung. Dazu ein Leserbrief von Alfred Lebsanft in der Keiszeitung Böblinger Bote vom Samstag, dem 3. Dezember zum Thema Verkehrsbelastung in der Liststraße:

"Mit Tempo 30 - Lärmschutz in der Friedrich-List-Straße

Ob Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger uns Böblinger Stadträten mit dem Artikel im Amtsblatt vom 25. November den "Schwarzen Peter" für die seit Jahren nicht gelösten Probleme in der Liststraße zuspielen wollte, weiß ich nicht. Sicher bin ich mir aber, dass die im Artikel erwähnte Gremienvorlage, die vom Gemeinderat (wie die KRZ berichtete) zurecht abgelehnt wurde, eine Alibi-Vorlage gewesen sein könnte, damit man seitens des Baudezernates hernach behaupten kann, man hätte ja alles versucht aber, der Gemeinderat wollte ja nicht. Diese Vorlage war viel zu durchsichtig und wenig durchdacht. Deshalb war der Beschlussvorschlag der Baubürgermeisterin an den Gemeinderat schon von vornherein zum Scheitern verurteilt. Auch ich habe dagegen gestimmt, als Stadtrat der Freien Wähler und als betroffener Anwohner in der Liststraße. Es blieb mir einfach nichts anderes übrig, denn es ist dem Steuerzahler nicht zu vermitteln, weshalb circa 100 000 Euro ausgegeben werden sollen, für etwas, von dem die Stadtverwaltung selbst anzweifelt, dass es funktionieren könnte. Dies gilt insbesondere auch deshalb, weil Navi-Systeme in den Pkw - zumindest derzeit - allen Verkehr über die Liststraße navigieren. Zudem wurde von Seite des Baudezernates mitgeteilt, dass das Bauvorhaben sehr komplex und wenig nachhaltig wäre, da die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg und der Landkreis in den nächsten Jahren eine ganz andere Erschließung des Autobahnzubringers planen würden, womit die im Antrag an den Gemeinderat vorgeschlagene Lösung des Baudezernates hinfällig wäre. Anders als die Stadtverwaltung Böblingen, sehe ich jedoch durchaus Möglichkeiten, auf der politischen Ebene etwas zu erreichen. Man muss nur wollen und politisch aktiv werden. Dies scheint die Stadtverwaltung nicht zu wollen! Da sie anscheinend nicht will und nichts tut, und weil Regierungspräsident Johannes Schmalzl das Sagen hat, wie es die Stadtverwaltung richtig in ihrem Amtsblattartikel bemerkt, habe ich mich nun direkt an den Regierungspräsidenten gewandt, da man aus meiner Sicht das Problem wesentlich einfacher, effizienter und kostengünstiger lösen kann, als mit dem ungewissen Versuch, den unsere Baubürgermeisterin mit ihrer vom Gemeinderat abgelehnten Vorlage unternommen hat. Mein Brief an Schmalzl ging in Kopie an Landrat Bernhard sowie an Oberbürgermeister Lützner. Ich bat um Unterstützung und wies dabei auf die Leonberger Lösung mit Tempo 30 in den Durchgangsstraßen der Teilorte Warmbronn, Gebersheim und Höfingen hin. Diese Lösung ist zwar nicht ohne das Regierungspräsidium zu machen - aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Ich bin gespannt, wie die Stadtverwaltung diesen Ball aufgreifen wird und ob sie uns Anwohner in der Liststraße endlich unterstützen wird. Unter dem Gleichbehandlungsgrundsatz könnte die Leonberger Lösung auch in der Liststraße ein Erfolg werden.

Stadtrat Alfred Lebsanft, Böblingen"

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Da geht mir doch der Hut hoch - Leserbrief in der Sindenfinger/Böblinger Zeitung  (21.12.2011)

Sehr geehrter Herr Juchardt,

ich kann Sie beruhigen und Ihnen mitteilen, dass ich, wie die meisten Gemeinderäte in Böblingen, die Belange aller Bürger berücksichtige, zumindest soweit sie mir bekannt sind. Dazu gehören natürlich auch die Bürger im Unteren Lauch bzw. der Fichtestraße, in der Sie wohnen. Vor den Karren spannen lässt sich - glaube ich - keiner von uns Stadträtinnen und Stadträten, wie Sie in Ihrem nebenstehenden Leserbrief schreiben. Wir sind unserem Gewissen verpflichtet und dienen den Bürgern und unseren Wählern, indem wir deren Interessen gegenüber der Stadtverwaltung vertreten und auch durchsetzen. Wir leben in einer Demokratie, in der es nach dem Mehrheitsprinzip auch nichts nutzen würde, wenn sich einzelne Stadträte vor den Karren spannen lassen würden.

Ich für meinen Teil formuliere meine Ansichten unter anderem hier auf meiner Homepage und mache dadurch aktive Politik, in der Hoffnung die Diskussion anzuregen, was mir in Ihrem Fall scheinbar auch gelungen ist.

Ein wenig provokant war er schon, Ihr Leserbrief, aber er hat mich trotzdem gefreut. Wir haben ein Problem hier in Böblingen mit dem Durchgangsverkehr. Sie sprechen die Liststraße an! Früher war die Liststraße eine Sackgasse und endete beim Einkaufszentrum. Böblinger die nicht erst seit ein paar Jahren hier wohnen, werden es noch wissen. Nach dem Bau des Einkaufszentrums wurde die Liststraße zur Durchgangsstraße und ein paar Jahre später wurde die parallel verlaufende Landhausstraße im oberen Bereich für den Durchgangsverkehr gesperrt – zu Lasten den Liststraße. Nicht zu vergessen ist die Galgenbergstraße, in der Ex-Oberbürgermeister Vogelgsang wohnt. Sie wurde irgendwann einmal zur Anliegerstraße gemacht. Konnte sich der Verkehr in früheren Zeiten, als er noch nicht so stark war, auf vier Straßen verteilen, nämlich die Stuttgarter-, die List-, die Landhaus- und die Galgenbergstraße, so sind heute nur noch zwei Straßen dafür übrig geblieben, nämlich die Stuttgarter- und die Liststraße. Da fragt sich der eine oder andere Bürger schon, (insbesondere aber die Betroffenen) ob die Stadt Böblingen ein Verkehrskonzept hat. Immer weniger Durchgangsstraßen bei immer weiter steigendem Verkehr, das scheint nicht ganz logisch zu sein. Eine Lösung steht aus. Diese sollte aber nicht erst in vielen Jahren kommen, wenn die Querspange vielleicht einmal fertig ist - sondern schnell. Sprechen Sie doch einmal mit den Anwohnern der Liststraße. Die fühlen sich geplagt, von Lärm und Abgas und dabei geht es mit Sicherheit nicht nur um subjektives Empfinden oder den Egoismus Einzelner.

Ich werde mich weiterhin für die Liststraße einsetzen. Die Lösung ist aus meiner Sicht offen und muss von der Stadtverwaltung kommen. Sie, sehr geehrter Herr Juchardt können mich aber gerne einmal anrufen und ich versichere Ihnen, dass mich die Probleme im Unteren Lauch bzw. der Fichtestraße genauso interessieren, wie die in der Liststraße.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Braun – CDU Stadträtin

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So sehen sich Liststräßler selber :

... zur HomePage der Interessengemeinschaft Friedrich-List-Straße Böblingen


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© Daniela Braun

Seiten-Index: http://www.dani-braun.de/654322/654343.html

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