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... am 26.03.2010 in der Kongresshalle von Böblingen Die SZ-BZ schrieb am 27.03.2010 zu OB Alexander Vogelgsang:
27.03.2010 00:00 Uhr - Von unseren Redakteuren Hansjörg Jung und Hans-Jörg Zürn „Alexander Vogelgsang war ein tüchtiger Beamter und ein zuverlässiger Mensch. Deshalb war es ganz natürlich, dass ich ihm ein bisschen geholfen habe, als er in Böblingen kandidiert hatte.“ Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt grüßte aus seinem Hamburger Büro von der Filmleinwand in die Stadthalle. Ein Filmteam von RTV und der ehemalige Stadtplaner und Gartenschaudirektor Chasid Winograd hatten einen Abschiedsfilm für Alexander Vogelgsang zusammengestellt. Der Rat des Alt-Bundeskanzlers an den künftigen Pensionär: „Im Unruhestand bleiben. Wer nicht arbeitet, der geht geistig ein. Das darf Vogelgsang nicht passieren.“
„Sie sind der dienstälteste Oberbürgermeister in ganz Baden-Württemberg“, Ulrich Schwarz, Erster Bürgermeister in Böblingen, erntete erstaunte Blicke bei seiner Begrüßung. Er dankte Alexander Vogelgsang für „unermüdlichen Einsatz für die Stadt und herausragende Verdienste.“ Zu den Ehrengästen gehörten unter anderem Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke, der Schwager von Alexander Vogelgsang, sowie die früheren Böblinger Bürgermeister Dirk Gaerte, Michael Beck, Andreas Brand, Ulrike Hotz und Jutta Heim-Wenzler sowie Ursula Späth, Landesvorsitzender der Hilfsorganisation Amsel. Regierungspräsident Schmalzl überbrachte die Grüße des Landes im Namen von Ministerpräsident Stefan Mappus und Innenminister Heribert Rech. Er erinnerte unter anderem daran, dass Böblingen als erste Stadt des Landes ein Bürgeramt eingerichtet hatte, eine Initiative von Alexander Vogelgsang: „Sie waren stets ein Oberbürgermeister für alle Böblinger. Sie haben der Stadt Ihren Stempel aufgedrückt.“ Als Geschenk brachte Johannes Schmalzl einen Gutschein für einen Flug mit dem Luftbild-Archäologen des Landes mit. Der Präsident des Städtetages Baden-Württemberg, der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, unterhielt die Festgesellschaft mit einer launigen Ansprache in der „hochwohllöblichen, ansehnlichen und reichen Stadt Böblingen.“ Er würdigte seinen scheidenden Kollegen als „offen in der Art und klug in der Praxis. Er gab viele Anregungen und war stets kollegial.“ Ivo Gönner nutzte die Rede auch zur Kritik an der Bundespolitik: „Da herrscht vorgetäuschter Aktionismus, wenn es darum geht, die Städte finanziell angeblich zu entlasten.“ Das gelte gerade in Sachen Gewerbesteuer: „Dieser Hund hat stets dieselben Flöhe. Bund und Land stellen einfach ein Paket vor die Tür, klingeln zweimal und verschwinden. Ausbaden müssen alles die Kommunen.“ Ivo Gönner endete allerdings versöhnlich und fröhlich: „Aus schwäbischen Sparsamkeitsgründen habe ich keinen eigenen Blumenstrauß für Andrea Vogelgsang mitgebracht, sondern schließe mich dem des Regierungspräsidenten an.“ Ganz mit leeren Händen kam der Ulmer OB aber doch nicht: Für Alexander Vogelgsang hatte er ein Bild mit einer Karte aus dem Jahr 1572 dabei, das den Schwäbischen Kreis zeigt („Böblingen isch au dabei“) und für OB-Gattin Andrea ein Ulmer Tuch („fehlts am farblich passenden Kostüm, soll es Alexander halt von der ersten Pensionärsrente kaufen“). Als „Mann des geschliffenen Wortes mit väterlicher Ausstrahlung, einer mit Ecken und Kanten, für den hartes Arbeiten alltäglich war“, würdigte Landrat Roland Bernhard den Böblinger Oberbürgermeister. Als Präsent gab es einen Essens-Gutschein. Der Holzgerlinger Bürgermeister Wilfried Dölker sprach im Namen der Bürgermeister des Landkreises: „Es geht ein reicher Erfahrungsschatz verloren.“ Die Stadt Böblingen sei ein wichtiger Motor auch für die anderen Kommunen. Zum Abschied gab es einen Gutschein für eine Veranstaltung.
Der frühere Landrat Bernhard Maier berichtete ein wenig aus dem Leben nach der Amtszeit: „Das ist der Grund, warum ich hier reden darf.“ Dabei bereitete er auch Andrea Vogelgsang auf die neue Situation vor: „Das heißt, jetzt doppelt so viel Ehemann bei halb so viel Gehalt.“ Als „Pensionärslehrling im zweiten Jahr“ führte er Alexander Vogelgsang in neue Aufgabenbereiche ein: „Haushalt, Supermarkt und Wertstoffhof.“ Er überreichte den neuen Böblinger Bildband, ergänzt um 24 persönliche Aussagen unter anderem von Ex-Kanzler Helmut Schmidt und Fernsehmoderator Dieter Thomas Heck. Sechs Städtepartnerschaften mit Pontoise (Frankreich), Bergama (Türkei), Alba (Italien), Glenrothes (Schottland, Krems (Österreich) und Sittard-Geleen (Niederlande) gab es bereits vor der Ära Vogelgsang. Er knüpfte 1988 noch zu Zeiten der DDR die freundschaftlichen Bande nach Sömmerda. Bürgermeister Wolfgang Flögel würdigte diese Leistung: „Alexander Vogelgsang hat seinen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet, er war immer schon ein Europäer.“ Ein Bild für die Böblinger Galerie soll stets an diese Bande erinnern. Alle Vertreter der Partnerstädte haben heute noch ausgiebig Gelegenheit zur persönlichen Begegnung mit dem scheidenden Oberbürgermeister, denn sie treffen sich heute in dessen Haus zum gemeinsamen Frühstück. Wenn so mancher Oberbürgermeister im Gedanken an seinen Personalrat einen Hautausschlag bekommen haben mag, so hofft Bernd Elsässer, der Personalratsvorsitzende des Böblinger Rathauses, dass dies bei Alexander Vogelgsang nicht der Fall gewesen sei. Die Verhandlungen mit ihm seien stets hart, aber fair gewesen. Und, dass die Grenzen der schlanken Verwaltung erreicht seien, hätte auch der scheidende OB erkannt. „Am Ende hat immer Böblingen gewonnen – dieses Denken prägte ihr Verhältnis zu den Vereinen. Wir haben von Ihnen Anerkennung und Wertschätzung für unser Engagement erfahren. Dafür danken wir Ihnen“, sagte SVB-Präsident Wolfgang Rieth im Namen aller 256 Böblinger Vereine. Seiten-Index: http://www.dani-braun.de/377822.html | ||||||||||||||||||